Leere Wiege (Landau/Pfalz)
Selbsthilfe-Initiative für trauernde Eltern und Fachbereiche
 

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Begrüßung und Abschied





Alles, was Sie aus Liebe für Ihr lebendes Kind getan hätten, dürfen Sie auch für Ihr verstorbenes oder sterbendes Kind tun. Die kurze Zeit, die Ihnen zusammen mit Ihrem Kind bleibt, ist kostbar und unwiederbringlich. Möglichst viele Andenken und Erinnerungen können in der Trauerverarbeitung sehr hilfreich sein.




Begrüßung und Abschied eines kleinen Lebens

Auch wenn die Vorstellung sehr schmerzhaft ist, sein totes Kind zu sehen, zu halten und zu berühren, kann es gut sein, diese Gedanken dennoch zuzulassen. Sie sehen Ihr Kind immer mit dem Herzen, weil es ein Teil von Ihnen ist. Dadurch rücken eventuelle natürliche Veränderungen oder Fehlbildungen nicht in den Mittelpunkt Ihres Betrachtens. Die eigene Phantasie stimmt nie mit der Wirklichkeit überein. Meist entdecken Eltern sehr charakteristische Züge an ihrem Kind – auch wenn es winzig klein ist.

Oft ändern sich einmal getroffene Entscheidungen innerhalb von Minuten, Stunden oder Tagen. Diese dürfen Sie jederzeit rückgängig machen. In solchen Ausnahmesituationen ist alles normal. Äußern Sie ohne Scheu alle Wünsche, die Sie haben. Es geht nur um Sie und Ihr Kind und um Ihre Bedürfnisse.

So können Sie ...
  • sich in der Klinik schon vor der Geburt das Moseskörbchen bringen lassen, in das Ihr Kind gebettet werden soll, damit Sie es mit eigenen Textilien oder von der Klinik bereit gestellter kostenfreier „Sternenkind-Bekleidung“ vorbereiten können
  • um ein Familienzimmer bitten, in dem ihr Partner mit übernachten kann
  • die Nabelschnur nach der Geburt selbst oder vom Partner durchtrennen
  • Ihr Kind nach der Geburt auf Ihrem Bauch liegend begrüßen, berühren und streicheln, es mit seinem Namen/Kosenamen ansprechen, mit ihr/ihm erzählen oder ein Märchen vorlesen - falls Sie nach der Geburt dazu nicht gleich in der Lage sind, bitten Sie darum, Ihr Kind solange auf der Station zu lassen, bis Sie soweit sind
  • Ihr Kind selbst versorgen, wenn möglich baden, vorsichtig waschen oder mit Wasser/Duft-Babybyöl beträufeln, es ankleiden, in ein Tuch warm einhüllen und im Moseskörbchen betten
  • Ihr Kind segnen oder Nottaufen – dies können Sie selbst tun oder die Hebamme, eine/n Geistliche/n darum bitten und dies als kleine Zermonie im Kreise Ihrer Lieben zelebrieren
  • viele verschiedene Fotos mit dem eigenen Apparat von Ihrem Kind aufnehmen – nackt, zugedeckt/angezogen, aus verschiedenen Perspektiven, Profil- und Detailaufnahmen wie z.B. Händchen oder Füßchen die unter der Decke hervorschauen, Familienfotos zusammen mit Mutter und Vater, Geschwistern, Großeltern, Verwandten oder Freunden
    Fotos halten einmalige Augenblicke mit Ihrem Kind fest. Achten Sie auf gutes Licht, mitunter sehen Fotos ohne Blitz wärmer aus. Folgekinder oder Geschwister, die das tote Baby nicht gesehen haben, können so ihre Schwester oder ihren Bruder auch später noch kennen lernen.
  • Fotos von Zwillingen/Mehrlingen zusammen mit dem/den überlebenden Geschwister/n aufnehmen – die überlebenden Kinder fragen vielleicht später nach, weil es ihnen wichtig ist
  • sich eine Namenskarte ausstellen lassen, in der alle Daten Ihres Kindes eingetragen werden und Fuß- und/oder Handabdrücke ihren Platz haben – in vielen Kliniken vorrätig
  • von Ihrem Kind ggf. ein paar Haare abschneiden, die auf einem Tesastreifen fixiert, in der Namenskarte eingeklebt werden
  • sich ein Armbändchen und/oder ein Bettkärtchen ausfüllen lassen, um ein weiteres Andenken zu haben
  • sich so lange Zeit zur Verabschiedung nehmen, wie Sie persönlich brauchen - dabei kann Ihr Baby über längere Zeit bei ihnen im Zimmer bleiben, oft auch über Nacht oder mehr als einen Tag – Sonnenaufgang, Sonnenuntergang, den Mond und den Sternenhimmel können Sie vielleicht zusammen anschauen
  • mit Ihrem Kind symbolisch gemeinsam eine Mahlzeit einnehmen
  • Ihre Lieblingsmusik gemeinsam hören
  • Ihr Kind malen, so wie Sie es sehen oder ein Bild aus Ihrem Inneren entstehen lassen, das Ihre Gefühle wiederspiegelt - ohne künstlerischen Anspruch
  • aus selbst trocknendem Ton eine Figur fertigen oder ein Mandala ausmalen, während Ihr Kind bei ihnen ist
  • zum Andenken ein Stück von dem Tuch/Bekleidung, in das Ihr Kind eingehüllt ist, abschneiden
  • Ihre eigenen Abschieds- und Liebesgaben Ihrem Kind mit auf den Weg geben (persönliche Symbole, Familien-, Hochzeitsfoto, Plüschtier, Spielzeug, Brief etc.)
  • Geschwistern, Großeltern, Angehörigen und Freunden anbieten, Ihr Baby begrüßen, kennenlernen und verabschieden zu dürfen
  • alle Andenken, die Sie von Ihrem Kind erhalten, mit nach Hause nehmen

Leere Wiege Landau/Pfalz - Selbsthilfe-Initiative für trauernde Eltern und Fachbereiche
Letzte Änderung: 15/09/2017